RWE-Studie „Energiebildung"

Die Herausforderungen der kommenden Energiewende sind in aller Munde. Doch wie steht es um die Energiebildung in Deutschland? Was wissen bereits Schülerinnen und Schüler? Und wie bewerten Lehrerinnen und Lehrer die Situation? Antworten auf diese drängenden Fragen gibt eine aktuelle Studie, die das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) im Auftrag der RWE Stiftung kürzlich durchgeführt hat.


Das Fazit fällt ernüchternd aus: Kinder und Jugendliche lernen zu wenig über das Thema Energie, die Lehrpläne hinken den Anforderungen der Zeit hinterher.
Ein Fragebogen testete das Wissen von Schülerinnen und Schülern der 9. bis 11. Klasse aus  sieben Bundesländern in den Fächern Biologie, Chemie und Physik. Das Ergebnis: Zwar verfügt die Mehrheit der Befragten über ein ausreichendes Energiewissen für den Alltag. Doch die Grundlagen für Beruf und lebenslanges Lernen fehlen. Nur sehr wenige der Befragten hatten etwa die Gesetze von Energieerhaltung, -wandlung und -effizienz verinnerlicht. Besonders groß sind die Lücken, wenn es darum geht, Energie interdisziplinär zu betrachten, aus abstraktem Wissen praktische Schlüsse zu ziehen und das Thema in politischen und ökonomischen Zusammenhängen zu betrachten. Im Vergleich der betrachteten Bundesländer offenbaren sich große Unterschiede im Niveau. Allgemein war festzustellen, dass die Energiebildung in Sachsen, Baden-Württemberg und Bayern am besten ist.
Nach ihrer Meinung zum Thema befragt, zeichneten die Lehrkräfte ein realistisches Bild der Lage. Im Allgemeinen sind sie unzufrieden mit der Situation, bewerten besonders den Übergang von der Grundschule zur Sekundarstufe als kritisch und beklagen einen Mangel an Materialien zum Lernen und Experimentieren.
Schließlich hat die Studie die Lehrpläne aller Bundesländer unter die Lupe genommen. Dabei erwiesen sich Sachsen-Anhalt und Niedersachsen mit einem Schwerpunkt auf Energiebildung als Vorreiter. Doch für alle gilt: Der Unterricht bereitet nur sehr unzureichend auf das komplexe Thema Energie vor. Vor allem in den Lehrplänen für Geografie, Wirtschaft, Politik und Geschichte spielt Energie kaum eine Rolle.
Mit der Expertise möchten die Initiatoren auch Ansätze finden, Energie als Querschnittsthema stärker im Unterricht zu verankern. Dabei gelte es, die natürliche Neugier von Kindern auf energetische Phänomene zu lenken, mehr an den Alltag anzuknüpfen und das Interesse vieler Jugendlicher an ökologischen Themen als Aufhänger zu nutzen. Die Initiatoren raten darüber hinaus, bereits im Kindergarten mit Energiebildung zu beginnen und mehr als bisher auf Kooperationen mit außerschulischen Lernorten und Universitäten zu setzen.

 

Mehr Informationen zur Studie unter:

www.rwe.com/web/cms/de/1034984/home/ueber-die-stiftung/foerderbereiche/bildung/rwe-energiebildungsstudie/

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