Die Energiewende macht den Ausbau der Stromtrassen unausweichlich

stromtrasseIm Jahr 2012 stammten 22 % der produzierten elektrischen Energie aus erneuerbaren Energien. Bis zum Jahr 2020 soll ihr Anteil auf mindestens 35 % gesteigert werden. Doch es ist nicht damit getan, immer mehr Windparks, Fotovoltaikanlagen und Wasserkraftwerke zu errichten. Ganz entscheidend ist auch die Frage, wie diese Energie zu denen kommt, die sie brauchen.

Bisher kam elektrische Energie vor allem aus den großen Kohlekraftwerken im Ruhrgebiet und Kernkraftwerken in Süddeutschland. Viele der neuen Windkraftanlagen entstehen jedoch klimabedingt im Norden. Über neue Leitungen muss Energie von dort in die Ballungsgebiete im Süden und Westen transportiert werden.

Überlastete Netze
Schon im Jahr 2009 haben Bundestag und Bundesrat das Gesetz zum Ausbau von Energieleitungen (EnLAG) verabschiedet. Von den geplanten 1855 Kilometern Höchstspannungsnetz sind bislang nur etwa 15 % realisiert worden. Der schleppende Ausbau der so dringend benötigten Leitungen sorgt dafür, dass das Netz bereits jetzt immer stärker belastet wird. Als Ende März 2013 mehr Wind- und Solarstrom als jemals zuvor eingespeist wurde, drohte deswegen sogar der Kollaps. Kraftwerke und ganze Windparks mussten kurzfristig abgeschaltet werden, da die Netze die großen Energiemengen nicht mehr aufnehmen konnten. Neben den Leitungen werden also auch die Möglichkeiten, erneuerbare Energien zu speichern und bei Bedarf freizugeben, immer wichtiger.

Neben den technischen Aspekten verlangt auch der angestrebte europäische Strombinnenmarkt nach leistungsstarken Verbindungen, die einen internationalen Handel in Europa ermöglichen. Verbraucher sind schon längst nicht mehr an ihren regionalen Stromanbieter gebunden, sodass das Produkt Energie oft große Distanzen zurücklegen muss.

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